Schallschutz

Was ist Lärm?

Unsere Umwelt wird immer lauter, privater und öffentlicher Verkehr nehmen ständig zu. Vor Lärm ist niemand sicher. Selbst ruhige Lagen können von heute auf morgen starken Lärmbelastungen ausgesetzt sein. Aber: Was ist Lärm? Lärm wird als jede Art von Schall definiert, der als störend, lästig oder als schmerzhaft empfunden wird. Umgebungsgeräusche bestehen aus einer Vielzahl von Tönen verschiedener Frequenz und Intensität. Bei der Bestimmung der Lärmintensität wird die spezifische Wahrnehmung durch das menschliche Ohr berücksichtigt. Dabei werden hellere Töne subjektiv lauter empfunden als dunklere. Der lauteste Ton, den ein Mensch schmerzfrei hören kann, hat eine zehn Billionen Mal höhere Schallintensität als der leiseste. Das Gehör bewältigt die Wahrnehmung, indem es eine Verzehnfachung der Schallintensität etwa als Verdoppelung der Lautstärke empfindet. Der Umgang mit derart grossen Zahlen ist nicht sehr praktikabel, daher wird ein logarithmischer Massstab angewendet. Die Einheit ist das Dezibel (dB), abgeleitet aus dem Bel (B) (1 Bel = 10 Dezibel), einer dimensionslosen Verhältniszahl, die dem 10er Logarithmus entspricht.

Lärmquellen und Wahrnehmung

In der nachfolgenden Abbildung sind einige typische Geräuscharten mit ihrer Lautstärke (in Dezibel) und dem subjektiven Empfinden aufgeführt.

Schallschutz Lärmquellen

Funktion und Aufbau von Schalldämm-Isoliergläsern

Die Schalldämmung von Isoliergläsern kann mit verschiedenen Massnahmen verbessert werden.

  • Erhöhung der Glasmasse
    Die Verbesserung der Schalldämmung allein durch dickere Scheiben im symmetrischen Aufbau ist nicht sehr gross.
  • Asymmetrischer Aufbau
    Bei Isoliergläsern mit asymmetrischem Aufbau verringert sich der Einfluss der Eigenfrequenz. Da auch die Koinzidenzeinbrüche bei verschiedenen Frequenzen liegen, wird eine deutliche Verbesserung der Schalldämmung erreicht. 
  • Elemente aus Verbundsicherheitsglas
    Zwischenschichten aus einer oder mehreren Folien bewirken biegeweichere Schalen und damit weniger markante Koinzidenzeinbrüche. 
  • Gasfüllung im Scheibenzwischenraum
    Je nach spezifischem Aufbau wird mit der Verwendung von Krypton-Wärmedämmgas und Mischgasen aus Argon/Krypton eine Verbesserung der Schalldämmung erzielt. Auf die Verwendung von SF6 wird bei Glas Trösch verzichtet (Empfehlung BUWAL).

Schalldämm ABC

  • Bewertetes Schalldämmass Rw
    Mass zur Kennzeichnung der Luftschalldämmung. Die gemessene Schalldämmkurve wird an einer genau definierten Bezugskurve bewertet. Der Wert der verschobenen Bezugskurve bei der Frequenz von 500 Hz (Hertz) ist das bewertete Schalldämmmass eines Bauelementes.
  • Bewertetes Bauschalldämmass R’w
    R’w bedeutet: Messung mit Berücksichtigung bauüblicher Nebenwege (Bau- oder Labormessung).
  • Dezibel (dB)
    Dimensionslose logarithmische Einheit für den Schallpegel bzw. die Schalldämmung; benannt nach Graham Bell. Ein Dezibel entspricht 1/10 Bel.
  • Frequenz (f)
    Zahl der Schwingungen pro Sekunde. Mit zunehmender Schwingungszahl nimmt die Tonhöhe zu. In der Bauphysik ist der Frequenzbereich von 6 Oktaven mit den mittleren Frequenzen von 125 bis 4000 Herz von Bedeutung.
  • Hertz (Hz)
    Einheit der Frequenz. Ein Hertz = eine Schwingung pro Sekunde.
  • Hörbereich
    Frequenzbereich, den das menschliche Ohr wahrnehmen kann: 16 bis etwa 16000 Hertz.
  • Koinzidenzeinbruch
    Charakteristisch für einschalige Trennelemente ist eine deutliche Abnahme der Schalldämmung bei bestimmten Frequenzen. Dieses Phänomen wird als Koinzidenzeinbruch bezeichnet. Die Lage (Frequenz) des Koinzidenzeinbruchs wird bestimmt durch die Masse pro Flächeneinheit (kg/m2) sowie die Biegefestigkeit.
  • Nebenweg-Übertragung
    Schallübertragung über angrenzende Wände und Decken.
  • Oktave
    2 Frequenzen (f1 und f2) im Verhältnis 1:2.
  • Oktavbandanalyse
    Zerlegung eines Geräusches durch Filter in Frequenzbereiche von der Breite einer Oktave.
  • Resonanz
    Entsteht, sobald die Eigenfrequenz eines Schwingungssystems mit der Frequenz einer anregenden Schallwelle übereinstimmt.
  • Schall
    Mechanische Schwingungen und Wellen eines elastischen Mediums, besonders im Frequenzbereich des menschlichen Hörens: von 16 bis 20000 Hertz.
  • Schalldämmass R
    Kennzeichnet die Luftschalldämmung eines Bauelementes ohne Berücksichtigung der bauüblichen Nebenwege.
  • Schalldämmass R’
    Kennzeichnet die Luftschalldämmung eines Bauelementes mit Berücksichtigung der bauüblichen Nebenwege.
  • Schallpegeldifferenz (D)
    Der Unterschied zwischen Schallpegel L1 im Senderaum und dem Schallpegel L2 im Empfangsraum. D = L1 - L2 in dB.
  • Schallschutz
    Verminderung der Schallübertragung von einer Schallquelle zu einem Hörer.
  • Spektrum-Anpassungswerte C und C2tr (Pegelkorrekturwerte)
    Korrekturwerte, welche spezielle Frequenzen berücksichtigen. Der Anpassungswert C wird bei Lärm mit breitem Frequenzspektrum eingesetzt (Eisenbahn oder Industrielärm). C2tr («tr» = traffic) ist der Anpassungswert für Strassen- und Fluglärm.
  • Terz
    Zwei Frequenzen f1 und f2 im Verhältnis 1:32. Eine Terz entspricht 1/3 Oktave.
  • Terzbandanalyse
    Zerlegung eines Geräusches durch Filter im Frequenzbereich von der Breite einer 1/3 Oktave.

Produktempfehlungen für erhöhten Schallschutz

Isolierglas

VSG mit Schalldämmfolie

Glastrennwandsystem

Datentabellen